Schafft es nicht ins Fernsehen: „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis

Berlinale2012BlutMussFliessen20127557_1_IMG_543x305             Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis | “Blood must flow” – Underco…

                                Panorama 2012,  DEU, REGIE: Peter Ohlendorf

Foto-Quelle: (1)

Das Filmdatenblatt nach (1):

„Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera drehte, ermöglichte er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund 50 Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – dieses Vorgehen scheint gut zu funktionieren: Laut einer Studie ist der Rechtsextremismus hierzulande zur größten Jugendbewegung geworden. Um die Musikveranstaltungen hat sich ein blühender Markt entwickelt: CDs der einschlägigen Bands und Merchandising-Artikel werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der Bewegung generiert. Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise durch Deutschland und Europa mit der Kamera begleitet, auch an Orte, an denen er zuvor versteckt gedreht hat. Im Fokus stehen dabei politische Entscheidungsträger, Behörden und Bürger. Der Protagonist des Films muss unerkannt bleiben, sein Name ist folglich ein Pseudonym. Die eigenwillige Verkleidung dient nicht nur seinem Schutz, sondern thematisiert in ihrer Überpointierung zugleich die Rezeption seiner Person durch die Gesellschaft.“

Liebe Leser, der Film „Blut muß fließen“ – Undercover unter Nazis, in dem Regisseur Peter Ohlendorf die mit versteckter Kamera gedrehten Aufnahmen des Undercover- Journalisten Thomas Kuban der Öffentlichkeit zugänglich macht, erregte bei der Berlinale 2012 großes Aufsehen. Er lief im Panorama. Aus reiner Verzweiflung über das mangelnde Medieninteresse (3) ist Thomas Kuban  ausschließlich in Verkleidung, mit Sonnenbrille und mit Heino-Perücke zu sehen. Wird er erkannt, muss er zudem Angriffe der Nazis auf sein Leben fürchten.

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Foto: (1)

Die „Berliner Zeitung“ von heute titelt zum Thema „Unterschiedliche Bewertungen“(3),  Der Film zeige, dass Polizisten Neonazis die Hand geben, statt die Konzerte aufzulösen und Straftaten zu verfolgen.

Bei einer Pressekonferenz verteidigt  der damalige bayrische Innenminister Beckstein die Untätigkeit der bayrischen Polizei bei solchen Rechtsrock-Konzerten mit der Unkenntnis verbotener Lieder und der „Unterschiedlichen Bewertung“ von Straftaten, soll heißen, die Straftaten, die im Film zu sehen sind, wie zum Beispiel der Hitlergruß, und untätige Polizisten bei Rechtsrock-Konzerten, sind in Bayern keine.

Ungehinderter Verkauf von rechten Merchandise-Artikeln und damit das Zulassen der Finanzierung der Nazi-Bewegung unter den Augen der Hüter unserer demokratischen Grundordnung- in Bayern. Nur in Bayern?

Liebe Leser, zukunft4deutschland hofft, Sie sind aufmerksam geworden auf

„Blut muss fließen“ – Undercover  unter Nazis.

zukunft4deutschland vermutet den Grund für das zögerliche Finden eines Sendetermins, die womöglich am liebsten mitternächtliche und gekürzte Ausstrahlung durch ARD, ZDF und Co.: Wer zeigt schon gerne die Dokumentation über die Gewalten eines demokratischen Staates, der schon wieder oder immer noch auf dem rechten Auge blind ist, obwohl er lauthals das Gegenteil behauptet?

Fragen Sie doch einmal Ihre Kinder, welche Musik sie hören. Interessieren Sie sich für die deutschen Texte und deren Aussagen! Fragen Sie nach, was Ihre Kinder davon verstehen! Schauen Sie sich den Film gemeinsam an! Fordern Sie als einheitlicher Rundfunkgebührenzahler die Ausstrahlung zu einer „quotenträchtigen“ Sendezeit!

Die Wuppertaler Initiative beispielsweise ermöglichte die Aufführung des Filmes in Wuppertal, in Leipzig und Dresden lief er sogar vor ausverkauften Häusern mit spontan angesetzter Zusatzvorführung (3).

(1) http://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2012/02_programm_2012/02_Filmdatenblatt_2012_20127557.php

(2) http://www.wuppertaler-initiative.de/639-filmauffuehrung-blut-muss-fliessen-undercover-unter-nazis–doku-ueber-rechtsrockszene

(3)  Berliner Zeitung v. 18.01.2013, Feuilleton S.25, Artikel „Unterschiedliche Bewertungen“

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Über Regina Drescher

Absolventin der Humboldt- Universität Berlin 1984 als Diplom-Ingenieurin. Ausbildung als Betriebsleiter. Ein Semester angewandte Psychologie. Erfahrung als Sozialarbeiterin, Bereich Jugendclubs. Ausgestattet mit rationalem Denkvermögen und emotionalen Eigenschaften. Dies ermöglicht mir eine gewisse soziale Kompetenz und Liebe zur Natur, den respektvollen Umgang mit ihr und den Wunsch nach Schutz vor weiterer Zerstörung des Menschen für alle Lebewesen.
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2 Antworten zu Schafft es nicht ins Fernsehen: „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis

  1. Jaclyn schreibt:

    What a great reuosrce this text is.

  2. mirco1205 schreibt:

    Die Frage ist eigentlich….warum zum Teufel gibt es den Film nirgendwo anders zu kaufen, zu sehen oder sonstwas. Nur das Buch findet man bei Amazon zu einem ziemlich unverschämten Preis.

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