Heute Blockupy-Demo in Frankfurt ab 12 Uhr Hbf/Baseler Platz

AUFRUF ZUR INTERNATIONALEN DEMO IN FRANKFURT AM 19.Mai 2012:

BITTE DEMONSTRIERT FRIEDLICH: Setzt am Finanzplatz Frankfurt ein deutliches und sichtbares Zeichen der internationalen Solidarität gegen das autoritäre Krisenmanagement und die Verarmungspolitik der Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfond (IWF)!

Ablauf der Demonstration:

http://blockupy-frankfurt.org/de/node/427

Liebe Leser, unverhältnismäßig viel Polizei sei im Einsatz gewesen, sicher in Erinnerung an die Ereignisse Ende März in Frankfurt, als gewaltbereite Demonstranten randalierten, und so manche Behinderung geschah nicht durch die friedlichen Demonstranten, so berichten Teilnehmer. Hier ein Fazit, veröffentlicht heute abend von Blockupy Frankfurt(1):

„Die letzten Tage waren anstrengend. Polizeilicher Ausnahmezustand war die Regel und Hunderte BlockupistInnen wurden ihrer Freiheit beraubt, schikaniert oder geschlagen. Doch trotz Verbotsorgie haben wir praktisch gezeigt, dass wir unsere Forderung nach der Demokratisierung aller Lebensbereiche ernst nehmen.

Unsere Rechte wurden nicht gestattet – doch haben wir sie uns genommen. Irgendwie hat am Ende doch alles irgendwo geklappt. Wir haben Plätze besetzt und im Bankenviertel war tagelang kein geordneter Normalbetrieb möglich.

Die Blockade hat funktioniert. Nicht überall durch uns – aber wegen uns. Autobahnzubringer und Straßen waren gesperrt. Haltestellen für Tage geschlossen. Die Anzahl schlecht verkleideter Banker auf den Straßen war überschaubar. Leere Bankentürme. Die EZB in geheime Ausweichquartiere ausgeflogen. Die Demonstration wird ein großartiger Abschluss sein. Kommt am Samstag nach Frankfurt! Dann können wir es alle gemeinsam sein: Ein grosses internationales, solidarisches Ausrufezeichen gegen das Spardiktat von Troika und Regierung.“

Seine Eindrücke vom Beginn der europäischen Aktionstage in Frankfurt schildert Bloccupy-Teilnehmer Wolfram Siener:
„1. Absolut locker lassen erschwert den Polizisten das Raustragen aus  einer Sitzblockade erheblich. Einfach entspannt ablegen, die haben 5  Leute und mehrere Minuten für mich gebraucht. Dabei wiege ich 72 Kilo…

2. Nebenwirkung davon ist, dass man häufig fallen gelassen wird, hab einen aufgeschrammten Rücken.

3. Mit Farbe zu spritzen ist aus Polizeisicht gewaltsamer Widerstand.

4. Die Polizei meint es verdammt ernst, die verfolgen uns durch die ganze Stadt, lassen keine Demos zu.

5. Der Livestream einer Räumung erreicht innerhalb weniger Stunden 10.000 Klicks.
6. Auch ein Polizist schaut sehr betreten, wenn man ihn verbal erwischt. Am Ende wollte mir kaum noch einer der Beamten in die Augen  sehen… Stichworte waren Befehlsverweigerung, die hessische und die deutsche Verfassung, mangelnder Verstand, Treten der Demokratie mit Füßen und „überlegt euch VERDAMMT gut, was ihr hier tut“. Wobei, der Ton hat wohl die Musik gemacht.

7. Ich weiß nicht, ob die Polizei nicht ein Schleimspielchen mit den Demonstranten spielt. Nach dem Motto: „Wir  tun ja alles für euch, was wir können.“ Ich glaube den Polizisten ja gerne, dass sie heute auch lieber gegrillt hätten, aber die Einsätze heute haben eine eindeutige Sprache gesprochen.

8. Je mehr man auf Occupy herumhackt, desto mehr verstärkt sich die Bewegung. Kann diese Tatsache nach über 220 Tagen Aktivismus in dieser Bewegung heute mehr als alles andere bestätigen.

9. Als Journalist darf man länger und absolut ungestört in einem Camp bleiben, als seine Erbauer und Bewohner. ALLES FÜR DIE MEDIEN, nicht wahr, werte Einsatzleitung… Der ein oder andere Journalist ist aber auch sehr farbig nach Hause gegangen 😉  Sorry.

10. Wieso finden wir es schon normal, dass Menschen einfach gewaltsam weggetragen werden, dass überall Polizei ist, dass man nachts nicht länger als 5 Minuten am selben Ort stehen kann, ohne dass ein Streifenwagen auftaucht und man angestarrt wird, dass so viel Furcht vor Veränderung herrscht..? Kaputte Gesellschaft, kranke Welt.“

Die Banker dürfen dieser Tage einmal in Freizeitkleidung in ihre Banken schlendern, ganz unauffällig, versteht sich, oder von zu Hause aus arbeiten. man kann ja nie wissen..(2)

(1) http://blockupy-frankfurt.org/de/node/427

(2) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/occupy-demonstration-in-frankfurt-laehmt-das-bankenviertel-a-833858.html

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Über Regina Drescher

Absolventin der Humboldt- Universität Berlin 1984 als Diplom-Ingenieurin. Ausbildung als Betriebsleiter. Ein Semester angewandte Psychologie. Erfahrung als Sozialarbeiterin, Bereich Jugendclubs. Ausgestattet mit rationalem Denkvermögen und emotionalen Eigenschaften. Dies ermöglicht mir eine gewisse soziale Kompetenz und Liebe zur Natur, den respektvollen Umgang mit ihr und den Wunsch nach Schutz vor weiterer Zerstörung des Menschen für alle Lebewesen.
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