Brandenburg und seine Kohle

„Das Lausitzdorf Proschim hat die Energiewende längst vollzogen-und doch droht dem Ort der Kohletod“, schreibt heute die Berliner Zeitung.“Die Brandenburger Landesregierung hat gerade einen Entwurf ihrer „Energiestrategie 2030“ vorgelegt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, die Braunkohle wird als „Brückentechnologie“ bezeichnet. An neuen Tagebauen wird festgehalten. Neben Welzow Süd II ist auch ein Tagebau Jänschwalde-Nord im Gespräch. Atterwasch, Grabko, Kerkwitz müssten weichen. Welzow Süd II wäre der erste neue Tagebau nach der beschlossenen Energiewende. Der Plan sieht vor, ein Gebiet von 1900 Hektar südlich von Cottbus zu erschließen und 204 Millionen Tonnen Kohle zu fördern. 810 Menschen müssten umgesiedelt werden“,* das Dorf Proschim mit 370 Einwohnern soll komplett abgebaggert werden. Dabei ist in Proschim die Energiewende schon vollzogen, das Dorf versorgt sich selbst mit Strom aus 4 Windrädern und Solarfeldern auf Dächern, viele Einwohner gewinnen Wärme aus Holzpellets-Anlagen, ein Biokraftwerk versorgt den örtlichen Landwirtschaftsbetrieb mit Energie. In Proschim hat sich eine Bürger-Initiative aus 38 Familien gegründet. „Jetzt ist nicht mehr die Zeit, in der wir  für das Auslaufmodell Kohle unsere Heimat  kampflos hergeben“, so das Mitglied Egbert Schulz. Der Neuerrichtung von 4 weiteren Windrädern durch einen privaten Investor noch in diesem Jahr hat der Ortsbeirat von Proschim übrigens zugestimmt.

Das Genehmigungsverfahren für Welzow Süd II läuft. Beantragt wurde der Neubau vom Vatenfall- Konzern, die Eröffnung ist 2027 geplant.

* Berliner Zeitung vom 28.02.2012, Seite 20

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Über Regina Drescher

Absolventin der Humboldt- Universität Berlin 1984 als Diplom-Ingenieurin. Ausbildung als Betriebsleiter. Ein Semester angewandte Psychologie. Erfahrung als Sozialarbeiterin, Bereich Jugendclubs. Ausgestattet mit rationalem Denkvermögen und emotionalen Eigenschaften. Dies ermöglicht mir eine gewisse soziale Kompetenz und Liebe zur Natur, den respektvollen Umgang mit ihr und den Wunsch nach Schutz vor weiterer Zerstörung des Menschen für alle Lebewesen.
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