Soziales Gewissen,soziale Verantwortung, moralische Prinzipien- eine Illusion?

Auf meinen blog-Eintrag https://zukunft4deutschland.wordpress.com/2012/01/25/haben-haben-ich-ich-ich/
äußert sich Sinnsucht per Kommentar:
„Ich fürchte, das freiwillige Abstreifen des hedonistischen Seelen-Pampertums bleibt eine Illusion, solange es keine handfesten ökonomischen Zwänge gibt“ 😦
Ich habe dazu folgende Gedanken:
Ja, es ist bedauerlich, es scheint bei der Mehrheit so zu sein, aber es kann, muss und soll nicht so bleiben, dafür steht das blog. Wie heisst es so schön? Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Bei Menschen, die ein soziales Gewissen haben, gibt es nichts derartiges abzustreifen, Menschen, die kein soziales Gewissen(mehr) haben,die resignieren, müssen es nur wieder entdecken, und Menschen, die kein soziales Gewissen haben, weil Ihnen keines vermitelt wurde, haben eine rein materielle Richtschnur für ihr Handeln. Solidarität unter den Ärmsten der Armen ist nicht unbekannt,und auch in der ehemaligen DDR gab es so etwas wie Nachbarschaftshilfe und das Kümmern umeinander, so etwas wie Talk auf der Straße oder Trampen, weil die meisten kein Auto hatten. Das alles war jedoch nicht allein der Mangelwirtschaft geschuldet, sondern es entsprach einem vermittelten humanistischen- eben solidarischen- Menschenbild. Daher kann man es schon als bewußte Strategie zur Sicherung der jetzigen Zwei-Klassengesellschaft verstehen, den Bürgern von Klein an zu suggerieren, dass nichts wichtiger sei als ihre Individualität, Eigenwohl geht vor Gemeinwohl, die andern werden sich schon kümmern, ICH- Rücksicht nehmen, verzichten, zurückstellen? Das kann doch mein Gegenüber tun! Können Sie sich vorstellen, dass man diese Menschen dazu bewegen kann, gemeinsam, miteinander, für ein Anliegen auf die Strasse zu gehen? Nein? Sehen Sie, das ist doch prima, für ein gewisses Klientel! Schauen Sie sich die tausenden Teilnehmer bei der Liebknecht-Luxemburg-Demo am 15.01.2012 in Berlin an: Jahr für Jahr war das ein Pflichtereignis bis 1989, nun kommen die Menschen freiwillig, aber ich wette mit Ihnen, das sogenannte Bürgertum, die gutsituierte Mittelschicht, dürfte in der Minderheit bei den Teilnehmern sein. Eine weitere Strategie der Pfründesicherung und der Zementierung des bestehenden Sytems ist, die Bürger mindestens so gut zu füttern, dass sie nicht aufbegehren. Es geht uns, der Masse, also tatsächlich noch nicht schlecht genug für einen Zwang zu Erneuerung. Eines aber ist meiner Meinung nach eben KEINE Illusion, und an dieser Stelle kommt die überaus wichtige Rolle der unabhängigen Medien ins Spiel: Die Vermittlung von moralischen und ethischen Werten. Diese können das Gesicht unserer Gesellschaft verändern, ohne dass wir alle am Hungertuch nagen müssen. Andere Länder, die auch nicht am Hungertuch nagen, wie Schweden, machen es uns vor. Eigentum verpflichtet, heisst es so schön, und es gibt auch in den heutigen Zeiten in Deutschland Unternehmer, die einen Teil Ihrer erwirtschafteten Gewinne dem Gemeinwohl zugute kommen lassen. Erinnern Sie sich an die Zeiten der guten alten sozialen Marktwirtschaft? Ich kenne sie nur vom Hören- Sagen. Demnach waren die Weichen nicht immer schon auf die pure Gewinnerwirtschaftung ohne soziale Verantwortung gestellt. Aus den unteren Schichten der Gesellschaft die untere Klasse zu machen und den oberen Schichten die obere Klasse, ist eine Entwicklung unter der letzten und der jetzigen Bundesregierung. Wie sehr die jetzige Bundesregierung Zwei-Klassen-Politik betreibt, zeigt als Beispiel die Neuauflegung des Bankenrettungsfonds SoFFin auf der einen Seite und die Installierung und Förderung der Zwei-Klassen-Medizin auf der anderen Seite.
Mein blog ist ein solches unabhängiges Medium. Aber wir können noch etwas tun, alle die, die ihr soziales Gewissen suchen und wieder gefunden haben: Die Gruppe derjenigen verstärken, die trotz starken Gegenwinds von purem Egoismus, Gleichgültigkeit und Ignoranz bereits am Wirken sind. Das Gesicht der Gesellschaft verändern durch unser eigenes Beispiel, durch unser eigenes Verhalten und Handeln. Viele gibt es, die es uns vormachen: Sie sind ehrenamtlich tätig, und ich denke, sie vergessen ihr Eigenwohl dabei nicht. Aber selbst das muss nicht sein. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie Ihren Nachbarn einfach grüßen, wenn Sie ihn sehen, und das immer wieder tun, obwohl er zunächst nicht antwortet? Sie könnten auch im Bus aufstehen, und den Platz der Mutter mit Kleinkind oder dem Gehbehinderten anbieten. Sie könnten der Frau mit dem Kinderwagen die Treppe hinauf oder hinunter helfen. Sie könnten….

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Über Regina Drescher

Absolventin der Humboldt- Universität Berlin 1984 als Diplom-Ingenieurin. Ausbildung als Betriebsleiter. Ein Semester angewandte Psychologie. Erfahrung als Sozialarbeiterin, Bereich Jugendclubs. Ausgestattet mit rationalem Denkvermögen und emotionalen Eigenschaften. Dies ermöglicht mir eine gewisse soziale Kompetenz und Liebe zur Natur, den respektvollen Umgang mit ihr und den Wunsch nach Schutz vor weiterer Zerstörung des Menschen für alle Lebewesen.
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