100 Tage Piraten

Die Piratenpartei gibt es bereits seit 5 Jahren. Von Ihrem Erfolg bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus wurden sie anscheinend etwas unvorbereitet getroffen und der parlamentarische Lernprozess dauert noch an. Können die Piraten eine Hoffnung sein für eine Bürgerbewegte Republik Deutschland? Zunächst einmal bringen sie, mal abgesehen von den kleinen Aufgeregtheiten wie den orangefarbene Latzhosen und Kopftuch tragenden Gerwald- Claus Brunner, etwas sehr Wichtiges ein: Transparenz. Liquid Feedback heisst das in Piratensprache. Sie bilden sich ihre Meinung zu einem Thema quasi per online- Diskussion mit anderen Usern und per online-Recherche, entweder gleich oder nach Erörterung. Alles, was jemand per Tastatur geäußert hat, kann nachgelesen werden. Wenigstens ein Teil des Volkes, die User, sind so am demokratischen Prozess der Ent- und Beschlussfassung direkt beteiligt. Aber wofür stehen die Piraten noch, außer für Transparenz und eine neue Kultur der Kommunikation, für die man allerdings Internetzugang und Kenntnisse in der Benutzung eines PC,Notebook,Laptop..benötigt, besonders für Rentner eine Herausforderung ,aber für andere Berufsgruppen hoffnungsfroher Markt?

Welches Konzept haben sie, für welche Inhalte stehen sie, welche Forderungen stellen sie? Welche Alternativen finde ich zu den Inhalten der anderen Parteien? Was genau macht sie für mich wählbar, womit kann ich mich identifizieren? Inhalte, Konzepte sind wohl noch in Arbeit. Was also ist es, dass der Piratenpartei stetigen Zuwachs an Mitgliedern beschert?  Ich vermute, es sind unter anderem zwei Dinge:

Erstens:  Marina Weisband als das anmutige Zugpferd der Piratenpartei

Marina Weisband, schönste Piratin und kluge Frau, fähige Politikerin und Studentin der Psychologie, kandidiert jedoch im April 2012 nicht mehr für ihren Posten im Bundesvorstand der Piratenpartei. Sie möchte zunächst ihren Abschluss als Diplom- Psychologin machen und Ihr Amt zurückstellen, um nicht aus Mangel an Alternativen Politikerin sein zu müssen. Sehr vernünftig. Sie kommt wieder, das ist schön, jedoch entsteht eine merkbare Lücke, die geschlossen werden muss. Denn seien wir mal ehrlich- welche charismatische, seriöse, Vertrauen erweckende Persönlichkeit haben die Piraten außer Marina Weisband noch zu bieten?

In Umfragen vermissen einige der Befragten, vorwiegend aus der nicht mehr jugendlichen Altersgruppe dieses seriöse, für sie Vertrauen erweckende Auftreten. Es ist immer noch so, dass Inhalte einer großen Zielgruppe, der älteren Generation, am besten durch konkrete Personen mit sympathischem Auftreten vermittelt werden können.

Zweitens:  Die Hoffnung auf eine basisdemokratische Erneuerung des politischen Systems, für das der Bürger nur noch zu bestimmten Zeiten als potentieller Wähler und Steuerzahler wichtig ist, um die Pfründe zu sichern, die Erneuerung eines Systems, das inzwischen mehr und mehr die zwei-Klassen-Gesellschaft manifestiert und weitgehend losgelöst vom Bestreben nach Volkes Wohl Parteien-Politik betreibt.

Es gibt noch viel zu tun, liebe Piraten. Es wäre schade, wenn Ihr in Zukunft nur noch eine unbedeutende Randrolle spielt. Also ordnet mal all Eure tollen Ideen und macht daraus das Piraten-Profil. Der Wähler wird es Euch danken. Bitte wartet nicht so lange, bis die Landtagswahlen in Schleswig- Holstein und im Saarland Euch die Quittung für Euren bisherigen andauernden Selbstfindungsprozess ausstellen.

„100 Tage Piraten“ heißt eine Doku von Nicola Graef und Torsten Mandelka, heute Abend im RBB zu sehen.

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Über Regina Drescher

Absolventin der Humboldt- Universität Berlin 1984 als Diplom-Ingenieurin. Ausbildung als Betriebsleiter. Ein Semester angewandte Psychologie. Erfahrung als Sozialarbeiterin, Bereich Jugendclubs. Ausgestattet mit rationalem Denkvermögen und emotionalen Eigenschaften. Dies ermöglicht mir eine gewisse soziale Kompetenz und Liebe zur Natur, den respektvollen Umgang mit ihr und den Wunsch nach Schutz vor weiterer Zerstörung des Menschen für alle Lebewesen.
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